Upcycling Mützen aus alten Wollpullovern

Eine gute Kopfbedeckung muss vieles können: Sie soll wärmen, sich angenehm tragen, zum eigenen Gesicht und zum Kleidungsstil passen – und sie soll in punkto Material und Produktionsweise dem Gedanken der Nachhaltigkeit entsprechen. Diese Kriterien möchten die [schutz & schmuck] Upcycling Mützen unter einen Hut bringen.

Upcycling Mützen © Rachel Kopp
Upcycling Mützen © Rachel Kopp

Slow fashion und Upcycling statt textiler Sondermüllberge

Upcycling Mützen: Rachel Kopp von Upcycling Unikate
Rachel Kopp von Upcycling Unikate

Als Schneiderin und Kleidermacherin beschäftige ich mich immer wieder intensiv mit unserem Verhältnis zu dem, was wir anziehen – und mit der Frage nach der Nachhaltigkeit in unserem Verhalten. Die Menschen, die mich in meiner Schneiderwerkstatt in Hamburg besuchen, haben ganz unterschiedliche Ansichten und Hintergründe. Sie alle eint jedoch die Freude an einem hochwertigen, ökologisch und sozialverträglich hergestellten Kleidungsstück als einem treuen und dauerhaften Begleiter. Und damit sind sie nicht allein: In den letzten Jahren wächst in der Bevölkerung das Interesse an Slow Fashion, also an gut gemachter, haltbarer und zeitloser Kleidung.

Trotz diesem allgemeinen Umdenken wird Kleidung in Deutschland, wie in den meisten Industrienationen, nach wie vor sehr schnelllebig konsumiert: 25 kg an Neutextilien werden bei uns pro Kopf und Jahr gekauft; über eine Million Tonnen Textilien werden jährlich bundesweit entsorgt – ein guter Teil davon nur deshalb, weil er nicht mehr der Mode entspricht.

Upcycling ist für mich nicht nur der Versuch, dieser traurigen Bilanz etwas entgegen zu setzten. Aus dem Sammelsurium von aussortiertem Material, also Müll, ein einheitliches, harmonisch wirkendes Neues zu schaffen, ist eine Herausforderung und inspiriert mich immer wieder auf vielfältige Weise.

Aus oll wird toll: Die [schutz & schmuck] Upcycling Mützen

Fast zufällig ist die Idee zu den Mützen aus abgelegten Wollpullovern entstanden:
Eines Tages holte ich meinen Lieblings-Wollpulli aus der Wäsche und bemerkte mit Schrecken, dass er so klein geworden war, dass selbst mein kleiner Sohn kaum noch hinein gepasst hätte – zu heiss gewaschen. Ab damit in die Mülltonne? Nicht doch – bei genauerer Begutachtung fiel mir auf, zu welch wunderbarem Wollwalk das Material in der Waschmaschine geworden war: fest und dicht und dabei trotzdem schön weich.

Damals trug ich die Haare nicht länger als drei Millimeter und fror im Winter öfter an dem Kopf. Also nahm ich den alten Pulli, schnitt ihn auseinander und nähte mir eine warme Mütze daraus.

Upcycling Mützen © Rachel Kopp
Upcycling Mützen © Rachel Kopp

Von da an habe ich mich dem Upcycling aussortierter Wollpullover verschrieben. Ob ausgeleiert oder eingelaufen, mit Loch oder Fleck – meine Waschmaschine verarbeitet die „alten Fetzen“ in einen hochwertigen Walk; denn der Rohstoff, die Wolle (Cashmere, Alpaka, Merino, Lambswool…) eignet sich hervorragend für warme, Wind und Wasser abweisende Mützen. Und damit auch sicher nichts kratzt am Kopf, wird jedes der handgemachten Unikate mit einem weichen Baumwollfutter – aus den Überresten abgetragener T-shirts – versehen.

Da das Ausgangsmaterial, die alten Pullis und Shirts, variiert, hat auch jede Upcycling Mütze einen ganz eigenen Charme und Charakter. Schlicht und einfach in dezentem Grau oder wild und fröhlich in Pink mit kontrastierendem Futter – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Und wer es ganz besonders individuell mag, kann sich in meinem Onlineshop für Upcycling Unikate seine eigene Wunschmütze aus meinem Vorrat an aussortierten Pullis designen.

– Gastbeitrag von Rachel Kopp, Schneiderwerkstatt [schutz und schmuck], Hamburg –

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