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Unser Rucksack ist zu schwer – Gedanken zum ökologischen Fußabdruck

Gedanken zum ökologischen Fußabdruck

ökologischer Fußabdruck
ökologischer Fußabdruck © Iris Streit

Ein nachhaltiger Lebensstil umfasst eine Menge Aspekte. Allzu leicht kann man sich in Details verrennen oder überfordert fühlen. Da kann die Berechnung des eigenen ökologischen Fußabdrucks hilfreich sein.

Bei dieser Methode werden alle Bereiche der Lebensführung berücksichtigt, die einerseits Energie und Ressourcen verbrauchen, andererseits Abfallprodukte und CO2-Ausstoß zur Folge haben. Also bei Privatpersonen Ernährung, Konsum, Mobilität und Wohnen. All das addiert ergibt die Fläche in der Natur, die für die Erbringung bzw. Aufnahme erforderlich ist. Gemessen wird in Globalen Hektar (gha). Vergleicht man den eigenen Wert mit dem, den unsere Erde insgesamt zur Verfügung hat – das sind durchschnittlich 1,8 gha – so stellt man schnell fest, ob man zu viel verbraucht und an welchen Stellschrauben man drehen sollte. In Deutschland liegt der durchschnittliche Wert derzeit bei 5,1 gha. Wir nehmen also mehr, als die Natur geben kann. Ein Afrikaner hingegen hat durchschnittlich einen ökologischen Fußabdruck von 1,4 gha, ein Inder sogar nur 0,9 gha (Stand 2012). Betrachtet man den ökologischen Fußabdruck weltweit, so bräuchten wir 2,8 mal unsere Erde, um den Bedarf zu decken.

Nachhaltiger Lebensstil

Möglichkeiten zur Einsparung ergeben sich z.B. durch die Umstellung auf Ökostrom, also die Nutzung erneuerbarer Energien, durch eine Verringerung des Fleischkonsums oder das Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel und die Reduktion von Flugreisen. Ein bewusster Konsum mit dem Schwerpunkt auf langlebige Konsumgüter sowie regionale und saisonale Lebensmittel reduziert ebenfalls den eigenen Fußabdruck.

ökologischer Fußabdruck
ökologischer Fußabdruck © Iris Streit

Ganz alleine kann man aber nicht viel ausrichten gegen die bereits sichtbaren Zeichen von Klimawandel durch zu viele Treibhausgase, Waldrodungen, Überfischung und die Müllproblematik. Man fühlt sich schnell verloren, bedenkt man die ganze Tragweite des Themas. Und nicht selten beschleichen einen Zweifel, inwieweit man überhaupt einen Teil zur Verbesserung der Lage beitragen kann. Ist mein eigener Beitrag nicht so winzig, dass er überhaupt ins Gewicht fällt?

Summiert man aber die Auswirkung des Lebensstils aller Einzelpersonen, so hat das eigene Verhalten eben doch eine Bedeutung. Und sei es nur, dass man durch sein eigenes Handeln angeregte Gespräche und Diskussionen im Freundes- oder Kollegenkreis auslöst, die dann zu einem Bewusstwerden bei allen Beteiligten führen. Das kann wie ein Schneeballsystem funktionieren. Je mehr Menschen immer bewusster mit unseren Ressourcen umgehen, desto größer der Effekt.

Allerdings geht es nicht ohne die Unternehmen und Kommunen, Wirtschaft und Politik. Ein Umdenken funktioniert leider nicht von heute auf morgen. Aber wenn wir es gar nicht erst versuchen, dann wird sich überhaupt nichts ändern. Würden alle hier und da Energie, Ressourcen und Müll einsparen, so wäre schon einiges gewonnen.

Mehr Informationen zum Thema findet Ihr in meinem Artikel bei Huffington Post.